Von Bermbach ums Knüllfeld

Der Herbst zeigt dieses Jahr das volle Farbenspiel. Ich schüttele einen Ast mit tiefgelben Blättern, aber nur 3 Blätter strudeln zu Boden. Ein Opa lacht und sagt: „Schütteln wie die Goldmarie, aber keiner Taler fallen.“ „Wer braucht schon Taler.“, lache ich zurück. Dann taucht meine Seele bei herrlichstem Sonnenschein und Windstille ein in die Natur.
Den Hügel hinauf schaut Bermbach wie ein Bilderbuchdorf aus.  Postkartenverdächtig. Einige Meter weiter weidet eine Kuhfamilie. Die Knüllfelder Baude ist Ausgangspunkt für Fuß- und Skiwanderungen. Alles sehr gut ausgeschildert. Wir aber laufen einfach quer über die Höh und durch den Wald.

Durch das Tal zum Lieblingsplatz

Heute ist der 3. Oktober und ein sonniger Tag. Ideal für einen ersten Herbstspaziergang. Auf der anderen Seite des Tals werden wir vom lauten Geschnatter der Gänse begrüßt. Gesunder Weihnachtsbraten denk ich und schieb das ganz schnell zur Seite. Die Kuh kommt neugierig zu uns. Wir sammeln ihr Äpfel auf. Mmuhh, schmeckt das gut.

Ok, weiter. Unser Ziel ist die Laurentiushütte und der Gipfel, von dem aus wir auf unser Wohnhaus schauen können. Eben die andere Seite vom Tal. Oben angekommen sitzen wir stundenlang im Gras, schauen in die Weite, lassen uns von der Sonne wärmen, naschen ein paar der hier oben nie reif werdenden Beeren, reden mit Waldameisen und Tausendfüßlern und freuen uns wieder einmal hier zu Hause zu sein.

Wieder zurück liegt Nachbars Katze sowas von friedlich neben einem unserer zerbrochenen Kräutertöpfe, das es  inszeniert scheint, passend zu unserer Stimmung. Felix bewegt nur kurz 1 mm eines der Ohren. „Ach die sinds.“ und schläft weiter.

Ein Sommertag

In der Zeitung haben wir gelesen, dass seit 26 Jahren eine Schäferin aus dem bayrischen Franken rund um das 2 Dörfer weiter gelegene Albechts, also hier im thüringer Franken weidet. 1000 Mutterschafe sind das. Gesehen haben wir die Herde schon oft. Wir beschliessen die Schafe zu suchen und ein Shooting mit ihnen zu veranstalten.

Viele Wiesen haben wir besucht. Nirgends Schafe. Dann geben wir auf, setzen uns eine gefühlte Stunde auf die Bank am Wald, schauen übers Tal und – ganz da hinten – kommt uns doch tatsächlich die Herde ins Blickfeld gelaufen.

Aber jetzt ist es zu warm geworden. Die Badesachen sind im Auto, das Freibad in Benshausen nur 5 Minuten entfernt. Ein wunderbares Bad. 2,5 Mio € hat es wohl mal gekostet. „Heute würden wir das nicht mehr genehmigt bekommen.“, erzählt uns ein Einheimischer. Idyllisch liegt es. Aus Brunnenwasser wird es gespeist. Wenn es kälter ist sorgt die Solaranlage für herrlich warmes Wasser. Es ist wirklich schön hier.